Das Leben ist kein Ponyhof

Das Leben ist kein Ponyhof

Das Leben ist kein Ponyhof

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Das Leben ist kein Ponyhof

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Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“

Irgendwann ist die Weihnachtszeit doch nun wirklich vorbei. Mariä Lichtmess am 2. Februar und der letzte Sonntag im Kirchenjahr signalisieren das. 

Längst sind wir in der „realen Welt“ angekommen und der Duft von Zimtgebäck, Kerzenschein und Lebkuchen vorbei. „Das Leben ist eben kein Ponyhof“, heißt es sprichwörtlich. Und das Verkehrsschild zeigt es an. Noch zwei Schritte bis in die reale Welt.

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Noch zwei Schritte. Es gibt so einen Augenblick von dem einen zum anderen. Es ist wie ein kurzes Innehalten, ein Zwischenraum, ein Übergang zwischen Ponyhof und realer Welt. Ein Moment der Bewegung, wo der Fuß noch in der Luft ist. Nicht mehr in dem einen, noch nicht in dem anderen. Dieser Moment auf der Schwelle lässt uns innehalten, Luft holen.

Wenn die Übergänge im Leben zu krass werden, dann ist es gut und wichtig, einmal innezuhalten. Im Niemandsland zu sein. Weder von der Vergangenheit, noch von der Zukunft eingeholt zu werden. Weder im Alten zu Schwelgen, noch sich im Neuen ungewiss zu sorgen. – Zwei Schritte. Ein heilsames Dazwischen.

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Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir“, heißt es im Bibelwort für dieser Woche. Diese Herrlichkeit kommt aus dem Gestern, aus der heilen Welt. Und sie steht über dem Morgen, mit ihren Herausforderungen, Aufgaben und Sorgen. Ein Zuspruch für den Übergang.

In der katholischen Kirche werden traditionell am Tag Mariä Lichtmess, am 2. Februar, der Jahresbedarf an Kerzen für die Kirchen geweiht, zur Vorbereitung auf die kommende Zeit, die reale Welt. Das Leuchten Gottes wird mitgenommen, wenn du die zwei Schritte weitergehst, damit es über uns aufgeht.

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„Das Leben ist kein Ponyhof.“ Keine Idylle, keine heile Welt. Und dennoch suchen wir in der realen Welt, die von Krisen und Unsicherheiten geprägt ist und immer komplexer wird, heilsame Orte. Bilder einer heilen Welt, die uns trösten und Orientierung geben. Manchmal ist es gut, zwei Schritte aus der realen Welt zurückzutreten und den Blick in eine heile Welt zu lenken, die für Friedlichkeit und Sorgenvergessenheit steht.

Bilder von einer heilen Welt in sich zu tragen, ist keine Flucht vor den Herausforderungen der realen Welt. Sie sind Kraftquellen, innerer Kompass und sie erinnern uns daran, was möglich ist. Wer sich diesen inneren, heilsamen Bildern der Sehnsucht nach Frieden stellt, der sieht, was der realen Welt fehlt.

Gott geht über dir auf und seine Bilder von einer Welt in Frieden begleiten dich. Sie begleiten dich und stärken dich im Alltag, in deinen Entscheidungen, bei deinen Zweifeln und Ängsten. Einerseits spüren wir den Schmerz, dass das Leben eben kein Ponyhof ist. Andererseits fordern uns die Bilder einer heilen Welt dazu auf, mit der realen Welt in den Dialog zu treten und die Bilder Wirklichkeit werden zu lassen. In der Gewissheit, dass über uns ein Gott ist, der seine Herrlichkeit in unsere Welt aufleuchten lassen will.

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Für einen Moment denke ich darüber nach, wie das Schild wohl von der anderen Seite aussieht. Noch zwei Schritte aus der realen Welt bis zum Ponyhof? Manchmal ist es gut, in die andere Richtung zu denken. Aber das Schild ist diesseitig, nicht jenseitig!

Es bleibt die Spannung zwischen Ponyhof und realer Welt, zwischen hier und dort, zwischen jetzt und dann, so wie es das Wochenlied beschreibt: „Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschaffnen Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte…“ Und in der letzten Strophen heißt es: „Leucht uns selbst in jener Welt, du verklärte Gnadensonne, führ uns durch das Tränenfeld in das Land der süßen Sonne.“

 

„Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir“, gestern, heute und in Ewigkeit.

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