Pfarrer Klaus-Peter Röber ist gestorben

Erstellt am 12.04.2021


Am Samstag, den 10. April 2021, ist der ehemalige Pfarrer der Kirchengemeinde Rauxel und Superintendent des Kirchenkreises Herne im Alter von 81 Jahren gestorben.
Im Jahr 1968 kam Klaus-Peter Röber nach seinem Vikariat in die junge Rauxeler Gemeinde. Im Januar 1970 wurde er offiziell in die Pfarrstelle eingeführt. Nachdem die Gemeinde unter Pfarrer Mahlpohl die Pauluskirche errichten konnte, kümmerte er sich in den ersten Amtsjahren um den Neubau des Kindergartens und des Gemeindehauses. Zusammen mit seiner Frau Monika engagierte er sich bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2004 für die Gemeinde. Beide blieben auch im Ruhestand dem Gottesdienst und dem Gemeindeleben treu. In einem Interview aus dem Jahr 2009 sagte er: „Was mir am meisten Freude gemacht hat, war das Predigen. Und die Vielfalt der Tätigkeiten. Ich habe mit Menschen jeden Alters zu tun, vom Baby bis zum Greis, und kann sie in Krisensituationen, oder auch im Alltag begleiten.”
Besonders am Herzen lag ihm auch die künstlerische Ausgestaltung der Pauluskirche durch Professor Max Kratz. Hierzu veröffentlichte er eine kommentierte Darstellung. In Castrop-Rauxel engagierte er sich bei den Rotariern und war Vorsitzender des Beirats der JVA Castrop-Rauxel. Auf seine Initiative hin pflegte die Kirchengemeinde eine enge Verbindung mit der Erfurter Predigergemeinde. Die Feier des Mauerfalls am 9. November 1989 konnten einige Gemeindeglieder als Gäste hautnah auf dem Erfurter Marktplatz miterleben.

Im Jahr 1972 wurde er zum Synodalassessor gewählt und übernahm die Stellvertretung von Superintendent Fritz Schwarz. Da dieser sich mit Büchern und Vorträgen für den missionarischen Gemeindeaufbau engagierte und oft unterwegs war, musste Pfarrer Röber sofort viele kreiskirchliche Aufgaben übernehmen. Nach dem plötzlichen Tod von Fritz Schwarz wurde er im September 1985 zum Superintendenten des Kirchenkreises gewählt. Auf seinen Wunsch hin übte er diese Tätigkeit nebenamtlich aus und blieb weiterhin Pfarrer in Rauxel. 19 Jahre lang pendelte er mit dem Zug zwischen Herne und Castrop-Rauxel hin und her. Auf seinen Wegen zu Fuß durch die Gemeinde sah man ihn nur im Anzug mit Krawatte und erkannte ihn oft von weitem schon an dem ihm folgenden Zigarrenrauch.

Meilensteine seines Dienstes im Kirchenkreis waren die Ökumenische Aktion „neu anfangen“ im Jahr 1989 und die kirchenkreisweite Gottesdienstaktion „Offene Türen“, die er zusammen mit Pfarrer Arno Wittekind, Pfarrerin Marlies Graffmann und dem Ausschuss für Gemeindeaufbau und Evangelisation organisierte. Während seiner Amtszeit wurde die Palliativstation des Ev. Krankenhauses Herne gegründet und der Verein „Schuldnerberatung Herne e.V.“ ins Leben gerufen. Für die Schuldnerberatung blieb er auch nach seiner Pensionierung als Vorsitzender ehrenamtlich tätig. Er war zudem eng mit der Arbeit des Eine Welt Zentrum (damals noch „Informationszentrum Dritte Welt“) unter Leitung von Pfarrer Harald Rohr verbunden. Zu seinem 60. Geburtstag im Jahr 1999 veröffentliche ein Redaktionsteam unter Leitung von Harald Rohr eine umfangreiche Festschrift, die die Vielfalt des Lebens wiederspiegelt, und dokumentiert, wie umsichtig der Kirchenkreis in den Jahren 1985 bis 2004 von ihm und seinem Stellvertreter Pfarrer Helmut Schröder geleitet wurde.

Die Gemeinde verliert einen bekannten und geschätzten Seelsorger, der die Gemeinde 36 Jahre lang begleitete. In seinen Worten haben Menschen auf authentische und humorvolle Weise die frohe Botschaft von Jesus Christus kennenlernen können. Der Kirchenkreis Herne verliert einen Leiter, der es anderen ermöglichte, sich mit ihren Anliegen und Ideen einzubringen, und den Menschen mit Worten und Hilfeleistungen die Liebe Gottes zu bezeugen.

Wir sind mit unseren Gedanken und Gebeten bei seiner Frau Monika Röber und allen, die um ihn trauern.

Im Namen des Presbyteriums der Paulus-Kirchengemeinde Castrop

Pfr. Arno Wittekind