Geistliche Impulse

Ich aber sprach, da ich weglief vor Angst: Ich bin verstoßen aus deinen Augen. Doch du hast mein lautes Flehen gehört, als ich zu dir schrie. Ps 31,23

Die Losung vom 8. Juli stammt aus dem 31. Psalm, ein Psalm von David. Wenn man diesen Psalm liest, merkt man, wie David hin- und hergerissen war zwischen Angst und Zuversicht, Vertrauen und Verzagen, er fühlte sich von Gott verstoßen und dann wieder von ihm erhört. Er betet: „HERR, auf dich traue ich“ (V.1) und „mir ist Angst“ (V.10) – „Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte“ (V.8) und „mein Leben ist hingeschwunden in Kummer“ (V.11).
„Was denn nun?“, möchte man beim Lesen und Mitbeten fragen!
„Was denn nun?“, könnte man auch in Bezug auf unsere Gemeindearbeit fragen. Freuen wir uns jetzt darüber, dass vieles wieder möglich ist oder sind wir traurig und enttäuscht über die andauernden Einschränkungen? Sind wir froh über das viele Neue, das entstanden ist oder bangen darum, wann und ob wir das, was uns lieb und vertraut ist, wiederhaben können?
Wie bei David steht beides nebeneinander – es ist nicht nur das eine oder das andere. Ein lachendes und ein weinendes Auge.
David geht mit all seinen gemischten Gefühlen und Bewegungen zu Gott, seinem Vater im Himmel und vertraut sich ihm an – mit allem, was in ihm ist.
Er betet: „In deine Hände befehle ich meinen Geist.“ (V6.)
Lasst es uns machen wie David und Gott alles in die Hände geben.

Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gebot Christi erfüllen! Galater 6,2

Was für eine Zeichnung!
Nicht das Werk eines professionellen Graphikers, hingelegt mit geübter, leichter Hand und sicherem Strich. Nein, Mühe, große Mühe hat es den Zeichner gekostet, die den Stift haltende Hand zu führen und Bild und Schrift auf das Papier zu bringen. Einen Widerstand überwindenden Ausdruckswillen lassen die zitternden Striche erkennen.
Das Ergebnis, von ihm hervorgebracht, beeindruckt und rührt an: Ein Mensch, auf einen dicken Stock gestützt, weit nach vorn gebeugt, trägt einen seine verkümmerten Beine um seinen Leib schlingenden Menschen.
Beide tragen Kappen auf dem Haupt, sie wenden ihre Gesichter in die gleiche Richtung. Das Gesicht des Tragenden: gleichmütig, gelassen, willig. Das Gesicht des Getragenen: erstaunt, empfindsam.
Ein an eine Christophorus-Darstellung erinnerndes Bild. Und die Überschrift mit zittrigen Buchstaben herausgepresst, mit sinkenden, parallel zum gebeugten Rücken verlaufenden Zeilenenden: ,,Einer trage des anderen Last."
Die Last, die der eine trägt, ist der andere selbst. Nicht etwa nur einen Koffer oder einen Rucksack, den der eine dem anderen abnimmt, die ganze Person ist ihm aufgebürdet.
Es ist wohl so: Nicht immer kann einem Menschen die Last, die ihn bedrückt, abgenommen werden. Wenn schon, dann muss sie mit ihm zusammen übernommen werden.
Uns selbst einander zu tragen, zu ertragen - mit den uns zugehörigen Lasten und Belastungen, Verkümmerungen und Schwächen, ist uns im Grunde aufgegeben.
Es fragt sich, was heißt hier „einander“?
Wer trägt die Tragenden, die Verantwortungsträger? - die vielen, die - oft allein dastehen in ihrem Beruf - weit über die Grenzen ihrer Belastbarkeit hinaus sich einsetzen.
Sie und die anderen, die unter einer übernommenen Last zu zerbrechen drohen, werden unterstützt, ihnen wird Erleichterung verschafft. Das heißt hier „einander".

Hier eine Vertonung des Wochenspruchs für die kommende Woche von dem guten alten Siegfried Fietz - immer noch sehr gelungen, wie ich finde: https://youtu.be/kh1RvXnIfZY

„Noah tat alles, was ihm Gott gebot!“ (1. Mose 6,22)

Seit Wochen streiten wir in Deutschland darüber, was das Gebot der Stunde ist. War der Lockdown notwendig oder verfrüht? Ist das Tragen eines Mundschutzes hilfreich oder nutzlos? Hilft die Corona-App, oder ist sie der Anfang des totalen Überwachungsstaates? Die verbreitete Verunsicherung nährt das Misstrauen: Wir fragen nach den Motiven: Wollen die, die unsere Freiheit mit Geboten einschränken, unser Bestes oder nur ihren eigenen Vorteil? Würde ich diese Frage heute zur Abstimmung ins Netz stellen, dann würde die öffentliche Meinung wahrscheinlich eindeutig negativ ausfallen. Daraus entsteht bei Vielen das Lebensmotto: „Wenn alle anderen nur an ihren Vorteil denken, dann muss ich das auch tun, sonst komme ich zu kurz.“

Noah hat Größe! Er baut ein Rettungsboot für Mensch und Tier. Gott hat ihm geboten, die kommende Gefahr nicht zu verdrängen, sondern sie ernst zu nehmen. Er weist ihn an, nicht nur an sich zu denken, sondern an alle Arten der Schöpfung. Gott bringt ihn in eine Situation, in der er wahrscheinlich dem Shit-Storm seiner Mitmenschen ausgesetzt ist. Doch er vertraut, dass Gott es gut mit ihm meint, auch wenn ihm und seiner Familie eine lange Quarantänezeit droht – eingepfercht mit Lebewesen, von denen die meisten nicht gerade streichelzootauglich sind.

Noahs Handeln ist für uns heute ein Vorbild. Lasst uns auf das hören, was uns Gott in seinen Geboten sagt! Die Gebote Gottes beantworten zwar nicht unsere Anfangsfragen, aber sie lassen uns wieder an das Wohl aller Geschöpfe denken. Wir hören nicht mehr auf die Stimmen, die unser Misstrauen anfachen, sondern auf den, der es gut mit uns meint.

Unsere Gesellschaft befindet sich zurzeit auf dem Kriegspfad. Die Medien sind der Kriegsbogen, mit dem Worte wie Pfeile auf andere geschossen werden. Gottes Gebote dienen dem Frieden. Er hat seinen Kriegsbogen in die Wolken gehängt und ihn zum Zeichen der Hoffnung gemacht.

Als Kind habe ich die Fronleichnamsprozessionen geliebt. Ich hatte Blütenblätter in einem Körbchen, die ich auf dem Weg streuen durfte – vor allem Pfingstrosenblätter. So richtig verstanden, worum es bei diesem Fest geht, habe ich damals nicht.
Eine Ahnung davon, was es bedeutet, Christus in seiner Leiblichkeit auf dieser Erde zu verehren, bekam ich in meiner Zeit in der katholischen Studentengemeinde in Leipzig. Ich nahm an einer eucharistischen Anbetung teil ohne vorher so recht zu wissen, was das ist. Als die in einer Monstranz ausgestellte Hostie, die für katholische Christen die leibliche Gegenwart Jesu bedeutet, aus dem Tabernakel geholt und auf den Altar gestellt wurde, verneigten mehrere der katholischen Geschwister ihr Haupt tief zur Erde und verharrten so mehrere Minuten. Ich war tief bewegt von ihrer Ehrfurchtshaltung Christus gegenüber und ich selbst spürte die Gegenwart Gottes in diesem Moment.
Diese Art der Anbetung ist uns Evangelischen fremd. Unsere Stärke ist eher das Wort und die Predigt. Aber manchmal denke ich, wir könnten in Sachen Ehrfurcht etwas von unseren anderskonfessionellen Geschwistern lernen.
Jesus war wirklich ein Mensch aus Fleisch und Blut. Er bekam Hunger, schwitzte und wusste, wie es ist, wenn einem übel wird. Dabei ist er Gottes Sohn und ist über all diese menschlichen Probleme und Begrenzungen erhaben. Gott hat sich dazu herabgelassen, leibhaftig unter uns Menschen zu sein. Dafür gebührt ihm Lob und Ehre!

Quelle Bild: pfarrbriefservice.de

Lehrtext vom 29. Mai:

Die Jünger kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.
Lk 24,52-53

Diese Worte gehen mir nahe. Ich denke dabei an die vergangenen Wochen. Daran, dass wir keine persönlichen Gottesdienste feiern durften und an die Stimmungsachterbahnfahrt von entmutigt, über hoffnungsvoll bis „total ätzend“.

Nun dürfen wir uns endlich wieder versammeln, wenn auch noch vorsichtig. Auch wir kehren jetzt in unsere Kirchen zurück, wie die Jünger in den Tempel. Bei meinen ersten beiden richtigen Gottesdiensten seit der Coronakrise habe ich sie deutlich gespürt: die Freude darüber, endlich wieder mit den Glaubensgeschwistern zusammen sein zu können. Und die Freude darüber, dass Christus lebt und seine Gemeinde durch alles hindurchträgt! Lasst und Gott danken und ihn preisen!

https://www.youtube.com/watch?v=zd_SEt11y48

Tagesimpuls vom 15. Mai

Corona hat für manche viel Zeit gebracht über sich nachzudenken. Vielleicht helfen heute dazu Gedanken von Dietrich Bonhoeffer:

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich träte aus meiner Zelle
gelassen und heiter und feste
wie ein Gutsherr aus seinem Schloss.

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich spräche mit meinen Bewachern
frei und freundlich und klar,
als hätte ich zu gebieten.

Wer bin ich? Sie sagen mir auch,
ich trüge die Tage des Unglücks
gleichmütig, lächelnd und stolz,
wie einer , der Siegen gewohnt ist.

Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen?
Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß?
Unruhig, sehnsüchtig, krank, wie ein Vogel im Käfig,
ringend nach Lebensatem, als würgte mir einer die Kehle,
hungernd nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen,
dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe,
zitternd vor Zorn über Willkür und kleinlichste Kränkung,
umgetrieben vom Warten auf große Dinge.
Ohnmächtig bangend um Freunde in endloser Ferne,
müde und leer zum Beten, zum Denken, zum Schaffen,
matt und bereit, von allem Abschied zu nehmen.

Wer bin ich? Der oder jener?
Bin ich denn heute dieser und morgen ein andrer?
Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler
und vor mir selbst ein verächtlicher Schwächling?
Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer,
das in Unordnung weicht vor schon gewonnenen Sieg?

Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott.
Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott.

Dietrich Bonhoeffer, Juni 1944

Ein Vers, der alle Rekorde bricht - 7. Mai


„Du bist ein Gott der Vergebung, gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Güte.“ (Nehemia 7,19)

Hätte man mich vor ein paar Jahren gefragt, welcher Vers am häufigsten in der Bibel steht, dann hätte ich keine Antwort gewusst. Doch in meiner Arbeit an der Erzählung vom Auszug Israels aus Ägypten verwies ein jüdischer Kommentar auf diesen Vers. Man liest ihn zum ersten Mal in 2. Mose 34 nach der Geschichte vom Goldenen Kalb. Das Volk Israel ist gerade der Sklaverei entkommen und hat einen Bund mit Gott, seinem Befreier geschlossen. Doch noch am gleichen Ort bricht es den Bund und feiert einen Gottesdienst um ein aus Gold gegossenes Götterbild. Die bange Frage hängt in der Luft. Wird Gott sich von seinen Leuten wieder abwenden? Oder wird er an ihnen festhalten und den Weg in die Freiheit mit ihnen fortsetzen? Da antwortet Gott selbst: „Ich bin es, der HERR, barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte!“ Ich behafte Euch bei Eurer Schuld, aber ich halte an Euch fest. Was Ihr falsch gemacht hat, soll Euch die Zukunft nicht verbauen!

Von da an wird die Bibel nicht müde, dieses Wort zu wiederholen. Er begegnet uns in den Psalmen 86, 103 und 145. Der Prophet Jona weigert sich, der bösen Stadt das Gericht zu predigen, weil er befürchtet, dass Gott sich treu bleibt und barmherzig ist (Jona 4,2). Und auch eines der spätesten Bücher des Alten Testamentes bewahrt dieses Wissen. Gott ist ein Gott der Vergebung (Nehemia 7,19).

Es gibt ein Konzept zum Umgang mit schwer erziehbaren Jugendlichen, das der israelische Psychologe Haim Omer entworfen hat, Es folgt dem Grundsatz: „Bleiben, wenn es schwierig wird!“ In Konfrontationen bringt es nichts, sich gegenüber „schwierigen“ Kindern im Kampf zu behaupten und den Konflikt mit Strafen zu beenden. Es gilt, die Konfrontation beharrlich auszuhalten, in Beziehung zu bleiben und den Weg mit ihnen weiterzugehen. Gott geht es in der Bibel nicht um die Beschämung der Schuldigen, sondern er hat die Aufrichtung der Gefallenen vor Augen. Er sperrt niemanden ein, sondern will, dass wir Flügel bekommen.

Arno Wittekind

Photo by Holly Mandarich on Unsplash

Losung für heute, den 6. Mai - Gott spricht:

„Aber die Blinden will ich auf dem Wege leiten, den sie nicht wissen (...); Ich will die Finsternis vor ihnen her zum Licht machen und das Höckerige zur Ebene.“ Jesaja 42,16

Tappen wir vielleicht doch im Dunkeln mit all unseren Versuchen, gut wieder aus dieser Zeit heraus zu kommen? Er kommt mir recht holprig vor, der Versuch der Verantwortlichen, Regeln aufzustellen und wieder zu lockern, Verlautbarungen und Prognosen von sich zu geben und wieder zu revidieren. Wir stolpern durch den Schilderwald der Auflagen und Hygienevorschriften vor uns hin und hoffen, dass wir gut wieder hinausfinden.

Da merke ich wenig davon, dass Gott „Das Höckerige“ eben macht. So ist das Leben doch nicht. Zurzeit nicht und auch sonst erleben wir doch, dass wir immer wieder Steine im Weg vorfinden, mühsam auf Berge hochkraxeln müssen oder an Schotterabhängen herunterrutschen.

Wenn Gott das Höckerige eben macht, dann beseitigt er nicht die Herausforderungen und Schwierigkeiten unseres Lebens. Die sind auch nicht unser eigentliches Problem. Gott widmet sich vielmehr den Steinen unseres Herzens. Die Schluchten unserer Verzagtheit füllt er auf, die Berge unseres Hochmutes reißt er ein. Er hebt die Felsbrocken und sammelt die Kiesel. So wird das Höckerige zur Ebene.

Mit einem befreiten und aufgeräumten Herzen wird die mühsame Lebenswanderung zu einer guten und frohen Wanderung!

Tagesimpuls von Christine Köntopp 1. Mai


Heute ist der erste Mai!
Viele wären gerne zum Tanz in den Mai gegangen. Aber geht ja leider nicht. Nicht nur beim Tanzen, sondern bei sehr vielen Sachen gilt zurzeit: „Das kannst du nicht machen. - Da darfst du nicht hingehen.“ Da sind uns die Hände gebunden. Und die Füße.
Auch in seinem Inneren kann man sich festgebunden oder wie gelähmt fühlen.
Das Sängerinnen-Duo MaryMary singt in ihrem Lied „Shackles“:
„Nicht mal ganz tief in meinem Inneren find´ ich einen Grund zu glauben, dass ich frei werden kann. Ich war einfach zu lange am Boden.“
Aber dann erzählt das Lied von der Erfahrung, dass Gott frei macht von allen Fesseln:
„Indem ich meine Hände erhebe verstehe ich, dass ich dich (Gott) auch in diesen Umständen loben kann!“
Gott befreit uns dazu, ihn zu loben – auch wenn von außen betrachtet die Einschränkungen noch da sind.
Psalm 30,12
„Du hast mein Klagelied in einen Freudentanz verwandelt!“

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Tagesimpuls von Johannes Ditthardt 30. April


Gott ist dennoch Israels Trost für alle, die reinen Herzens sind. Psalm 73,1
Im Psalm 73 gibt es zweimal dieses "dennoch", immer irgendwie trotzig gesprochen. Ganz am Anfang - dennoch ist Gott unser Trost und dann noch mal fast am Ende - dennoch bleibe ich stets an dir - und dazwischen ganz viel Klage über das, was dem Beter gerade so in seinem Leben passiert. Wir wünschen euch, dass dieses "dennoch" euer Leben bestimmt, egal, in welcher Situation ihr euch gerade befindet. Dazu dieses Lied von Thea Eichholz!!

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Tagesimpuls 29. April Arno Wittekind


„Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu!“
(Prediger 9,10)
Für viele Menschen war das Leben vor Corona ein viel stärker geplantes Leben. Mit gefülltem Terminkalender hasteten selbst Schulkinder durch die Arbeitswoche. Mit dem durchstrukturierten Alltag ist es nun seit Wochen für viele vorbei. Es muss improvisiert werden. Es fehlt die Abwechslung. Ein herber Verlust. Auf der anderen Seite entsteht der Freiraum, das zu tun, was uns vor die Hände kommt.
Ich denke an die Geschichte vom barmherzigen Samaritaner. Dort liegt ein ausgeraubter Reisender halbtot am Wegesrand. Und ein frommer Geistlicher und ein gelehrter Jurist mit vollem Terminkalender eilen an ihm vorbei, ohne zu helfen. Sie sehen, dass ihr Einsatz gefragt ist, aber sie haben zu wenig Zeit, oder stehen zu sehr unter Stress. Sie begreifen nicht, dass der Verwundete ihnen vor die Hände gekommen ist, damit sie etwas tun. Nur ein Fremder hält an. Er macht keinen Bogen um die Not. Er erbarmt sich.
Ich denke an den Schweizer Geschäftsmann Henri Dunant, der im Jahr 1859 in Norditalien auf einer Geschäftsreise zufällig an dem Kriegsschauplatz nach der Schlacht von Solferino vorbei kam. Der Kampf war lange vorbei, aber es lagen noch 38.000 Verwundete und Sterbende auf dem Feld, ohne dass sich jemand um sie kümmerte. Er unterbrach seine Geschäftsreise und organisierte Hilfe. Aus einer nahegelegenen Kirche wurde ein Lazarett. Henri Dunant wurde zum Gründer des Roten Kreuzes und initiierte die Genfer Konvention.
Auch in dieser Zeit erlebe ich, dass vieles Improvisierte von bleibendem Wert ist. Viele Menschen tun, was ihnen vor die Hände kommt, und es entsteht Neues, das hoffentlich bleibt, wenn die Krise vorbei ist.
Arno Wittekind
Das Bild zeigt den Barmherzigen Samaritaner und ist von Vincent van Gogh.