Fastenaktion 2021: Spielraum! 7 Wochen ohne Blockaden

Samstag, 27. Februar 2021

Zweite Woche der Fastenzeit
„Lerne ehrlich zu dem zu stehen, was Du bist!“

In dem Text, der uns durch die zweite Fastenwoche begleitet, beruft Gott Jeremia zu seinem Sprachrohr und Boten. Doch er antwortet:
„Ich weiß nichts zu sagen, denn ich bin jung!
Luther übersetzte anders:
„Ich tauge nicht zu predigen, denn ich bin zu jung!“

Bei Luther wirkt es so, als fehle Jeremia das Selbstbewusstsein. Er traut es sich aufgrund des Alters nicht zu, ein Bote Gottes zu sein. Gott aber sieht etwas in ihn, das er selbst nicht sieht. Die Lehre, die wir für uns heute aus dem Vers ziehen, müsste als lauten: „Hab Selbstvertrauen! Lass dich nicht entmutigen! Trau dir etwas zu! Du schaffst das! Du bist weder zu jung, noch zu alt für eine Sache! Gott glaubt an Dich!“

Meine Gedanken bleiben an der ersten Übersetzung hängen und gehen in eine andere Richtung. Wenn Jeremia sagt: „Ich weiß nichts zu sagen, denn ich bin jung“, dann hat er Recht damit. Er ist ehrlich. Er verfügt noch nicht über die Lebenserfahrung von Senioren, über ihr Wissen und ihre Weisheit. Jeremia sagt schlicht: „Ich bin jung. Ich bin ein Lernender. Mir fehlt die Lebenserfahrung. Und es steht mir nicht zu, so zu tun, als wüsste ich schon alles.“
Die Ehrlichkeit seiner Statements ist nicht nur sympathisch, sondern macht ihn für Gott erst brauchbar. Umgekehrt ist es nicht nur unsympathisch, sondern für Gottes Wort hinderlich, wenn ein Jüngling von sich aus meint, er habe die Weisheit mit Löffeln gefressen, oder ein Senior so tut, als wäre er noch ein Teenie. Der Widerspruch Jeremias steht seiner Berufung nicht im Weg, sondern ist die notwendige Voraussetzung für seine Eignung!
Weil Jeremia bekennt: „Ich weiß nichts zu sagen“, deshalb kann Gott seine Worte später in Jeremias Mund legen. Wäre er ein erfahrener Senior, der sich gerne reden hört und mit seinen Worten kein Ende findet, dann wäre in seinem Mund für Gottes Wort kein Raum.

Also sei ehrlich:
Wenn Du nichts zu sagen hast, dann sage, dass Du nichts zu sagen hast.
Wenn Du jung bist, tue nicht so, als wenn Du älter wärst.
Wenn Du Dich schwach fühlst, dann tue nicht so, als wenn Du stark wärst.
Wenn Du alt bist, dann tue nicht so, als wärest Du ein junger Hüpfer.
So kann Gott Dich gebrauchen. Er gibt dem Worte, der keine eigenen Worte hat. Und seine Kraft ist in den Schwachen mächtig.

In dieser zweiten Fastenwoche besteht meine Übung darin, ehrlich zu dem zu stehen, was ich bin.

Montag, den 22. Januar 2021

Wir befinden uns in der Fastenzeit noch in der ersten Woche mit dem Thema „Alles auf Anfang!“ Die täglichen Impulse machen uns Mut, den „Neuen Wegen zu vertrauen“ wie es im Gesangbuchlied 395 heißt. Ich aber bleibe mit meinen Gedanken bei der Aufgabe hängen, etwas Altes zu Ende zu bringen, bevor man etwas Neues beginnt.
Ich erlebe bei Menschen in der Lebensmitte auch die innere Unruhe, noch einmal etwas Neues zu beginnen. Diese Unruhe ist ein Zeichen dafür, dass ich mich entfremdet habe von der Arbeit, die ich täglich tue; von der Beziehung, in der ich lebe. Ich sehe mich an jedem Tag nur auf ausgetreten, bekannten Pfaden unterwegs. Und in mir ist die Sehnsucht nach dem Neuen und Unbekannten.

Wenn ich diese Unruhe spüre, dann sollte ich mich nicht blindlings in das Neue stürzen, sondern das Alte überdenken.
Vielleicht gibt es einen Streit in meinem Leben, den ich beenden kann; ein Kriegsbeil, das vor dem Aufbruch zu etwas Neuem begraben werden kann.
Vielleicht kann ich etwas Schädliches ablegen, das ich mir angewöhnt habe, und das ich nicht auf einen neuen Weg mitnehmen will.
Vielleicht gibt es auch noch eine Aufgabe, die zuerst abgeschlossen werden soll, bevor man sich neuen Herausforderungen zuwendet.

Wer eine neue Arbeitsstelle beginnt oder in die Rente geht, wird sich hoffentlich Zeit nehmen, mit den langjährigen Arbeitskolleg/innen zurückzublicken, zu danken, den Abschied zu feiern, damit die Freundschaften bleiben, wenn die neue Lebensphase beginnt.

Manchen Zeitgenossen, die von der inneren Unruhe geplagt sind, unbedingt etwas Neues anzufangen, würde ich auch gerne sagen:
„Vielleicht besteht Deine Erlösung darin, wieder eine neue Freude zu finden, an den Wegen, die Du gehst, und an den Beziehungen, in denen Du lebst.“

Was sind Eure und Ihre Gedanken und Erfahrungen?
Ich bin gespannt auf Rückmeldungen unter arnowittekind@unitybox.de.

Arno Wittekind

Aschermittwoch, 17. Februar 2021

Die Fastenzeit beginnt heute. Und ich möchte Sie und Euch einladen, sich persönlich auf den Fastenkalender „Spielraum! 7 Wochen ohne Blockaden“ einzulassen.
„Alles auf Anfang!“ so ist das Motto der ersten Fastenwoche. Die Impulse der Woche sollen uns anleiten, das Spielerische und Kindliche wieder Teil unseres Lebens werden zu lassen.

Der Leitvers der Woche aus Sprüche 8 malt uns folgendes Bild vor Augen:
Wenn die Weisheit Gottes eine eigenständige Person wäre,
dann wäre sie eine Künstlerin,
eine Schauspielerin, die die Menschen unterhält,
ein Clown, der Gott zum Lachen bringt,
eine Musikerin, die zum Mitspielen, Mitsingen und Mittanzen einlädt.
Während Gott das ernsthalte Werk der Schöpfung vollbringt, wird er begleitet von Vergnügen und Freude. Da wird der Erdkreis zur Bühne für die schönen Künste.

Ich bin gespannt darauf, was dieses Bild in der ersten Fastenwoche bei uns auslöst. Bitte schreiben Sie mir Ihre Fragen und Erfahrungen unter arnowittekind@unitybox.de  
Ich möchte Sie und Euch unter diesem Button auf der Homepage auf dem Laufenden halten.

Hier noch einmal der vollständige Text in eigener Übersetzung:
„Als Gott die Grundfesten der Erde legte,
    war ich als Künstlerin an seiner Seite.
Ich war sein Vergnügen Tag für Tag,
    ich spielte vor ihm alle Zeit.
Ich spielte auf dem Festland seiner Erde
    und hatte Vergnügen an den Menschenkindern.“

(Sprüche 8, 29b – 31)

Gott schenke Ihnen eine gesegnete Zeit!

Fastenaktion 2021: Spielraum! 7 Wochen ohne Blockaden

Spielräume sind nicht nur etwas für Kinder. Auch Erwachsene brauchen sie dringend: Finanzielle Spielräume, zeitliche Spielräume, gedankliche Spielräume ...
Sie können uns von außen genommen werden.
Wir können sie uns selbst nehmen
durch Dinge, die uns die Zeit rauben
durch Ängste, die uns einengen
durch Blockaden, die uns begrenzen
durch Stress, der uns die Augen für die Spielräume verschließt.
Corona hat die Spielräume auf allen Ebenen eingegrenzt.
 
Die Fastenaktion will Menschen helfen, Spielräume in ihrem Leben zu eröffnen und mit Gottes Hilfe Blockaden zu überwinden.
Hilfsmittel für eine intensive persönliche Fastenzeit das Begleitbuch oder der Fastenkalender. Beides muss über den Buchhandel erworben werden.
Die Aktion beginnt am Aschermittwoch, dem 17. Februar 2021.
 

Wir bieten an:
 
Eine Gesprächsgruppe jeden Mittwoch um 19.00 Uhr. Wer teilnehmen will, melde sich an unter:
arnowittekind@unitybox.de
Da die Gruppe zunächst als ZOOM Meeting stattfindet, ist die technische Voraussetzung ein Laptop/ Tablet mit Internetzugang, Mikro und Kamera.
 
Einen regelmäßigen Blog auf der Internetseite:
www.paulusgemeinde-castrop.de.
Erfahrungen und Fragen während der Fastenzeit können an Pfr. Arno Wittekind gemailt werden. Er wird sie anonym aufgreifen und sie im blog veröffentlichen.
 
Ein Gottesdienstangebot zum Abschluss der Fastenzeit mit der Möglichkeit zur Segnung. In welchem Rahmen der Gottesdienst stattfindet, wird kurz vorher bekannt gegeben.